Mikro-Kredite Marke EMIC

Deutsches Unternehmen finanziert georgische Kleinstfirmen

Die georgische Wirtschaft leidet unter chronischem Mangel an Kapital, ganz besonders die kleinen und kleinsten Unternehmen. Manch eine gute Geschäftsidee kann erst gar nicht gestartet werden oder manch eine Kleinunternehmen endet recht schnell im Desaster. Der Bremer Finanzdienstleister und Consultant EMICgroup hat sich in Georgien wie auch in Polen und Rumänien diesem Geschäft verschrieben.

Schon vor mehr als fünf Jahren hat EMICgroup die Mehrheit an der GEORGIAN CREDIT übernommen, einem lokalen Mikrofinanzierer. Zusammen mit anderen deutschen Investoren hält EMICgroup heute über 90 % des Geschäftskapitals, das mit 1,3 Millionen GEL angegeben wird. GEORGIAN CREDIT finanziert überwiegend kleine und kleinste Unternehmen, die für normale Geschäftsbanken uninteressant sind. Dabei sind es gerade die unzähligen kleinen Unternehmen, die das Überleben von vielen Familien absichern.

Den Mikro-Kreditmarkt schätzt EMICgroup in Georgien auf mehr als 350 Millionen GEL. Das Kredit-Portfolio von GEORGIAN CREDIT nimmt sich dabei mit derzeit etwa 6 Millionen ganz bescheiden aus. Marktführer sind die international operierenden Unternehmen FINCA und CREDO. Vor fünf Jahren standen bei der EMIC-Tochter nur 1 Millionen GEL als Kredite in den Büchern, eine beachtliche Steigerung also.

Der Durchschnittskredit beträgt 3.000 GEL, obwohl nach den Geschäftsgrundsätzen bis zu 50.000 GEL im Einzelfall ausgelegt werden könnten. Man setzt aber auf eine breite Streuung des Risikos. Die Laufzeit kann bis zu vier Jahre betragen, im Durchschnitt laufen die Kredite aber unter einem Jahr. Bei Jahreszinsen von 30  – 36 % werden hauptsächlich kleine Händler oder Handwerker finanziert, die dann mit Effektivzinsen von 3 bis 12 % rechnen können. Agro-Kredite für Saatgut und Düngemittel werden günstiger vergeben.

Interessant sind Mikrofinanzierer vor allem auch deshalb, weil sie weitaus  kürzeste Bearbeitungszeiten als Banken anbieten. Schon nach ein paar Tagen kann ein Kredit bewilligt werden, da sich die Kreditsachbearbeiter oftmals vor Ort im Geschäft des Kreditnehmers von dessen Seriosität überzeugen und eigene Bonitätsberechnungen erstellen, die Kleinstunternehmer in den seltensten Fällen vorlegen können haben. Bei den knapp 2.000 Krediten, die derzeit ausgelegt sind, gibt es daher nahezu keine Ausfälle oder Rückstände, erklärt Giorgi Naskidaschwili,  Direktor der Gesellschaft. Die Tilgungsmoral der georgischen Kleinunternehmer bezeichnet er als außerordentlich gut. GEORGIAN CREDIT hat in Tiflis vier Filialen, meist in der Nachbarschaft größerer Märkte, dazu je zwei Filialen in Telawi und Gori und je eine in Marneuli und Lagodehi.

Interessant ist der Mikro-Finanzierer auch für Anleger. Dem Kreditportfolio von 6 Millionen stehen rund 2,3 Millionen Eigenkapital gegenüber, der Rest wird auf dem Kapitalmarkt besorgt. Potentiellen Anlegern werden für das durchaus überschaubare Rest-Risiko Zinsen von mehr als 10 % zugesagt. Zehntausende georgischer Familien sind auf dieses Kapital angewiesen. Im Aufsichtsrat von GEORGIAN CREDIT sitzen vier deutsche Vertreter und ein Georgier. Vorsitzender ist der Bremer Universitätsprofessor Jochen Zimmermann, der u.a. auch ständiges Mitglied in einem Aufsichtsgremium der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) für die Versicherungswirtschaft ist.

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