{"id":975,"date":"2012-07-19T06:54:01","date_gmt":"2012-07-19T04:54:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=975"},"modified":"2012-07-19T08:12:27","modified_gmt":"2012-07-19T06:12:27","slug":"mischa-der-erbauer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=975","title":{"rendered":"Mischa, der Erbauer"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=976\" rel=\"attachment wp-att-976\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-976\" title=\"2012_07_mischabuilder_IMG_2085\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2085.jpg\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"334\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2085.jpg 425w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2085-150x117.jpg 150w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2085-300x235.jpg 300w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2085-381x300.jpg 381w\" sizes=\"(max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><\/a>Holl\u00e4ndisches Architektur-Magazin: Wie ein Politiker eine neue Bauepoche bestimmt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>\u201eEines Tages werden wir zur\u00fcckblicken auf die Mischa-Periode in der georgischen Architektur\u201c. Mit diesem Satz l\u00e4sst sich der georgische Pr\u00e4sident Michael Saakaschwili in dem in Amsterdam erscheinenden Magazin \u201e<em>Mark<\/em> \u2013 Another Architecture\u201c auf einer Strecke von insgesamt 28 Seiten plus Titel feiern. <em>Mark<\/em> befasst sich mit weltweiten Architekturtrends und erscheint in englischer Sprache. Der Grundsatz des Magazins lautet, dass Architektur, nach einer Periode der Abgeschiedenheit in Elfenbeint\u00fcrmen, l\u00e4ngst wieder in Form von Popkultur in der Mitte der Gesellschaft angelangt sei.<\/p>\n<p>Gorgien also ein Hotspot einer neuen, poppigen und internationalen Architektur? Wer sich umschaut im Lande und in dem Architektur-Magazin, wird sich diesem Eindruck nicht entziehen k\u00f6nnen: Die Zollabfertigung in Sarpi, die Autobahnrastst\u00e4tten bei Gori, die lokale Verwaltung in Mestia samt Polizeiturm, das neue Parlament in Kutaissi und die umstrittene Friedensbr\u00fccke in Tiflis sind bereits fertig gestellt. Der Flughafen in Kutaissi, das Aquarium in Batumi und ein neues Konzert- und Ausstellungsgeb\u00e4ude auf dem Rike-Park in Tiflis werden folgen. Keine Frage, Mischa, wie er auch im holl\u00e4ndischen Magazin vertraulich, liebevoll genannt wird, will als neuer Erbauer des Landes in den Geschichtsb\u00fcchern verewigt sein. Originalton Michael Saakaschwili: \u201eGeorgien erlebt eine Epoche der Wiederbelebung, wie es das Land seit 800 Jahren nicht gesehen hat.\u201c Kommentar <em>Mark<\/em>: \u201eEs ist schwer, zu beweisen, dass er damit falsch liegt.\u201c Und: \u201eAmerikanische Pr\u00e4sidenten bauen Bibliotheken Schulen oder Stadien, die ihren Namen tragen, wenn sie das Amt verlassen.\u201c Ist es Zufall, fragt Mark, dass Saakaschwilis Amtszeit im n\u00e4chsten Jahr endet? Will sich Mischa vielleicht auf \u00e4hnliche Weise als Initiator des Neuaufbaus verewigen? Die Antwort liefert das Magazin selbst: \u201eDas Merkw\u00fcrdige an politischen Zeiten und architektonische Zeiten ist, das die Geb\u00e4ude die Menschen \u00fcberleben, die sie gebaut haben.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=977\" rel=\"attachment wp-att-977\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-977\" title=\"2012_07_mischabuilder_IMG_2101\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2101.jpg\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"355\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2101.jpg 425w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2101-150x125.jpg 150w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2101-300x250.jpg 300w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/2012_07_mischabuilder_IMG_2101-359x300.jpg 359w\" sizes=\"(max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Neues Polizeigeb\u00e4ude in Mestia<\/strong><\/p>\n<p>Den Pr\u00e4sidenten beschreibt <em>Mark<\/em> als einen gro\u00dfen Mann, der auf \u201eHoch-Oktan-Benzin\u201c l\u00e4uft. Er verschlinge seine Mahlzeiten, w\u00e4hrend der Nachrichten verfasst, Telefongespr\u00e4che abwickelt und seine Tischgenossen mit Anekdoten verw\u00f6hnt. \u201eEr scheint oft an zwei Orten gleichzeitig sein, etwa bei der Er\u00f6ffnung eines Krankenhauses in einem Teil des Landes, dann beim Skifahren auf der anderen Seite, und das nur wenige Minuten sp\u00e4ter. Wenn Georgien in einem gnadenlosen Tempo wieder aufgebaut wird, dann deshalb, weil Mischa nicht wei\u00df, wie man es anders machen kann.\u201c<\/p>\n<p>Ein Mann, der nur ein Ziel habe, die Erbschaft der Sowjetunion zu \u00fcberwinden und das Land in Europa zu integrieren. Diesem Ziel diene auch, was er als \u201eChefarchitekt\u201c des Landes, der in alle Projekte pers\u00f6nlich eingeweiht ist, auf die Wege gebracht hat und noch bringt, wobei <em>Mar<\/em>k nicht vergisst, kryptisch anzumerken, man k\u00f6nne in einem Land wie Georgien nie sicher sein, ob der n\u00e4chste Pr\u00e4sident diese Dinge tolerieren wird. Saakaschwilis Credo: \u201eDie Sowjetunion war voll von grauen Stra\u00dfen, bev\u00f6lkert von grauen Menschen, die in grauen Geb\u00e4uden wohnten. Wir m\u00fcssen wieder Farbe in das Leben von Georgien bringen. Ich sage immer, dass Diktaturen einfarbig sind, Demokratien dagegen wie ein Kaleidoskop.\u201c S\u00e4tze, die offensichtlich gedrechselt wurden, um auch in Hunderten von Jahren noch zitiert zu werden.<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrlich befasst sich <em>Mark<\/em> mit der Entwicklung der Schwarzmeerk\u00fcste, insbesondere in Batumi, Anaklia und der Stadt-Vision Lazika.<\/p>\n<p>Im Mai 2009, w\u00e4hrend Tausende von Menschen auf den Stra\u00dfen von Tiflis den R\u00fccktritt von Saakaschwili forderten, war Saakasschwili in Batumi zum ersten Spatenstich f\u00fcr das neue Opern- und Konzerthaus und habe den Menschen damals versprochen, Batumi zur sch\u00f6nsten Stadt an der Schwerzmeerk\u00fcste zu verwandeln mit dem \u201esch\u00f6nsten Opernhaus in Europa, ein neues Barcelona in Georgien.\u201c Der Mark-Kommentar: \u201eSein Eifer hat manchmal etwas von K\u00fchnheit.\u201c<\/p>\n<p>Ein paar Monate zuvor hatte er den Bau eines 130 Meter hohen \u201eAlphabet-Turms\u201c in Batumi f\u00fcr 30 Millionen Dollar angek\u00fcndigt und diesen, so <em>Mark<\/em> mit jungenhafter Begeisterung mit dem Eiffelturm in Paris verglichen. \u00c4hnlich ehrgeizig ist auch das Anaklia-Projekt Saakaschwilis, von <em>Mark<\/em> als der dreisteste Plan des georgischen Pr\u00e4sidenten bewertet. Aus dem verschlafenen Dorf in den S\u00fcmpfen kurz vor der abchasischen Grenze, will er einen Badeort der Superlative aus dem Boden stampfen.<\/p>\n<p>Und\u00a0Lazika, die v\u00f6llig neue Stadt am Schwarzen Meer,\u00a0kommentiert <em>Mark<\/em>: &#8222;In\u00a0einem Land von 4,5 Millionen Menschen eine neue Stadt f\u00fcr 500.000 Menschen zu bauen, k\u00f6nnte sich unter all den Monumenten, die er geschaffen hat, als der \u201eObelisk seiner gr\u00f6\u00dften architektonischen Torheit\u201c erweisen.<\/p>\n<p><em>Mark<\/em> besch\u00e4ftigt sich auch mit den Kritikern des Pr\u00e4sidenten, die ihm eine enorme Verschwendungssucht angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen vorwerfen. Saakaschwilis Abfuhr: \u201eDas ist sowjetische Denkweise\u201c. Denn die neuen Architektur im Lande symbolisiert den Weg in eine Zeit \u201ezivilisierten Lebens\u201c, wie Nino Lagidse, Direktorin des Architekturclubs in Tiflis ihrem Pr\u00e4sidenten bepflichtet. Dass es allenthalben Spott gibt f\u00fcr neue Geb\u00e4ude, Brunnen und Denkm\u00e4ler muss den Pr\u00e4sidenten nach <em>Mark<\/em> nicht unbedingt beunruhigen. Die neue Architektur sei Bestandteil von \u201eMischas kaleidoskopischer Demokratie\u201c. Und w\u00e4hrend die beiden ersten Pr\u00e4sidenten der Post-Sowjet-\u00c4ra das Land ruiniert h\u00e4tten, habe Mischa immerhin einiges gebaut.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=981\" rel=\"attachment wp-att-981\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-981\" title=\"20112_07_mischabuilder_M37-P08-01\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/20112_07_mischabuilder_M37-P08-011.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"193\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/20112_07_mischabuilder_M37-P08-011.jpg 228w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/20112_07_mischabuilder_M37-P08-011-150x126.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong> Das geplante Ausstellungs- und Konzertzentrum im Rike-Park in Tiflis<\/strong><br \/>\n<strong>Foto: MARK<\/strong><\/p>\n<p>Die Architekten der neuen Konzert- und Ausstellungshalle auf dem Rike-Park, Massimiliani und Doriana Fuksas, erkl\u00e4ren den Auftrag, den sie erhalten haben, eine Architektur n\u00e4mlich zu erschaffen, die symbolisch aufzeigt, dass diese \u201eGesellschaft die Vergangenheit hinter sich gelassen hat und sich in eine v\u00f6llig neue Richtung bewegt.\u201c Die Konzert- und Ausstellungshalle soll im August dieses Jahres er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Holl\u00e4ndisches Architektur-Magazin: Wie ein Politiker eine neue Bauepoche bestimmt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eEines Tages werden wir zur\u00fcckblicken auf die Mischa-Periode in der georgischen Architektur\u201c. 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