{"id":959,"date":"2012-06-22T23:03:07","date_gmt":"2012-06-22T21:03:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=959"},"modified":"2012-06-22T23:03:07","modified_gmt":"2012-06-22T21:03:07","slug":"gorgischer-weinbau-im-umbruch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=959","title":{"rendered":"Gorgischer Weinbau im Umbruch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Festival des jungen Weins im Ethnografischen Museum<\/strong><\/p>\n<p>Der georgische Weinbau steht vor einem gro\u00dfen Strukturwandel. Warten es vor zehn Jahren nur rund ein Dutzend Anbieter, meist gro\u00dfe, privatisierte Weinfabriken aus dem Erbe der Sowjetunion, die sich den Markt teilten, w\u00e4chst in den letzten Jahren die Zahl der selbst\u00e4ndigen Betriebe. Auf dem Festival des jungen Weins, das jedes Jahr im Mai im Tifliser Ethnografischen Museum veranstaltet wird, waren es bereits 36 Weinbaubetriebe, die ihren Jahrgang 2011 vorstellten.<\/p>\n<p>Und die Entwicklung geht munter weiter. \u00dcberall im Lande entstanden und entstehen junge Familienbetriebe, die das Angebot der Gro\u00dfen im Markt durch individuelle Produktionen in mittelst\u00e4ndischen Familien-Weing\u00fctern erg\u00e4nzen. Dabei steht bei vielen dieser Weing\u00fcter die traditionelle georgische Produktionsmethode im Vordergrund, der Ausbau des Weines in gro\u00dfen, im Boden eingelassenen Tonamphoren, den Kvevri. Au\u00dferdem wird gro\u00dfer Wert auf den Erhalt der vielen endemischen georgischen Rebsorten gelegt. Das l\u00e4sst f\u00fcr die Zukunft eine Diversifizierung des Weinangebots erwarten, nicht unbedingt f\u00fcr den Export, daf\u00fcr aber f\u00fcr den einheimischen Markt. Auf Dauer wird von diesem Strukturwandel auch der Tourismus profitieren, der jetzt schon aus einer gro\u00dfen Zahl an interessanten Zielen f\u00fcr eine Weinreise in der Wiege des Weinbaus ausw\u00e4hlen kann. Denn wirklich prickelnd waren die Betriebsbesuche in den gro\u00dfen Weinfabriken in den letzten Jahren in den seltensten F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung spricht sich langsam aber sicher auch in Europa herum. Kurz vor dem Tifliser Weinfestival besuchte Martin Darting, einer der bekanntesten deutschen Sommelier-Ausbilder und Sensoriker, die georgischen Weinbauregion Kachetien und hatte zum ersten Mal Gelegenheit, georgische Weine zu verkosten. Sein Weg f\u00fchrte ihn dabei nach Mukhrani, Telavi, Alaverdi und Kvareli, am Ende dann auch noch in die Sektkellerei Bagrationi. Es ist wohl kein Geheimnis, dass der deutsche Sensorik-Papst mit durchaus skeptischer Erwartung nach Georgien kam.<\/p>\n<p>Der Kaukasischen Post schilderte Darting seine ersten Eindr\u00fccke vom georgischen Wein: \u201e\u00dcberraschende sensorische Vielfalt kam aus dem Glas in die Nase! Nicht oxidativ, wie immer erz\u00e4hlt und leider auch unreflektiert weitergeben wird. Die Aromatik ist ohne Zweifel extravagant und f\u00fcr westeurop\u00e4ische Weinnasen einfach bet\u00f6rend neu. Gelbfruchtige D\u00fcfte, nach Aprikosen, Orangenschalen, ebenso reifer Apfel und herbe Rhabarbernoten waren die ersten Eindr\u00fccke der Weine aus dem Kvevri. Beeindruckend anders und trotzdem sehr zug\u00e4nglich, reif ohne langweilig zu wirken. Hohe Extrakte und moderat gepufferte S\u00e4uren entwickelten ein sagenhaft langes Mundgef\u00fchl. Die Kulinaristik mit internationalen Touch brachte mit den Weinen eine F\u00fclle an neuen und inspirierenden Kickvarianten, zum Beispiel Saziwi: H\u00e4hnchen in Nusssauce dazu ein Vinoterra Kisi von Schuchmann aus dem Kvevri mit reifem Pfirsich, Datteln sowie einer dezenten \u00e4therischen Holznote, sehr beeindruckend in der Vielfalt der Aromen in Kombination mit den N\u00fcssen und dem Koriander des H\u00e4hnchens.\u201c<\/p>\n<p>Es war sicher nicht der letzte Besuch Dartings in Georgien. Geplant ist im n\u00e4chsten Jahr eine Reise mit Sommeliers der Deutschen Wein- und Sommelierschule. Dann werden neben den bekannten Weing\u00fctern vielleicht auch das eine oder andere junge Weinbauunternehmen auf dem Reiseprogramm stehen. Je differenzierter das Angebot der georgischen Weinwirtschaft sich gestaltet, desto gr\u00f6\u00dfer werden die Exportchancen. Denn auf dem Sektor Massenweine oder der Vertriebsschiene Superm\u00e4rkte wird georgischer Wein noch lange nicht wettbewerbsf\u00e4hig sein. Aber f\u00fcr individuelle Weine in hoher Qualit\u00e4t wird es immer attraktive Nischen auf dem europ\u00e4ischen Markt geben. Das Festival des jungen Weins 2012 markiert da nur den Anfang einer Entwicklung, die das Potential des georgischen Weinbaus mit seiner Tradition und der Vielfalt seiner Rebsorten erst aussch\u00f6pfen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Festival des jungen Weins im Ethnografischen Museum Der georgische Weinbau steht vor einem gro\u00dfen Strukturwandel. 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