{"id":946,"date":"2012-06-17T08:48:45","date_gmt":"2012-06-17T06:48:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=946"},"modified":"2012-06-17T08:48:45","modified_gmt":"2012-06-17T06:48:45","slug":"ein-marshallplan-ohne-geld","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=946","title":{"rendered":"Ein Marshallplan ohne Geld"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=947\" rel=\"attachment wp-att-947\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-947\" title=\"juni_laux_IMG_1695\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_laux_IMG_1695-300x256.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_laux_IMG_1695-300x256.jpg 300w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_laux_IMG_1695-150x128.jpg 150w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_laux_IMG_1695-351x300.jpg 351w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_laux_IMG_1695.jpg 425w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Gerhard Laux erinnert sich an die Anf\u00e4nge des georgischen Katasters<\/p>\n<p>Gerhard Laux ist \u00fcberrascht. Seit zwei Jahrzehnten hat er regelm\u00e4\u00dfig Tiflis besucht, selbst nach Ende des von ihm geleiteten Katasterprojekts kam er mindestens einmal im Jahr in die georgische Hauptstadt, deren Ehrenb\u00fcrger er ist. Eigentlich sollte ihn nichts mehr \u00fcberraschen k\u00f6nnen. Trotzdem: Gerhard Laux ist \u00fcberrascht ob der regen Baut\u00e4tigkeit in Tiflis und im ganzen Land. Das hat er in 20 Jahren Georgien-Erfahrung noch nie gesehen.<\/p>\n<p>Unvorstellbar so ein Bauboom in seiner Heimatstadt Saabr\u00fccken: \u201eWir br\u00e4uchten doch mit den Genehmigungen viel zu lange\u2026.\u201c Aber beim zweiten Hinsehen ist ihm dann doch aufgefallen, dass vieles nur Fassade ist, was da renoviert wurde, hinter der es dann doch wieder ganz anders aussieht. Beim wilden Baueifer seien auch einige Baus\u00fcnden festzustellen, wobei sich Laux immer wieder die Frage stellt, wie das alles finanziert wird und ob diese Baudynamik anhalten wird. Ob die Renovierungswut irgendwann einmal auch die Stadtteile au\u00dferhalb des Zentrums erreichen wird. Ob das Wirtschaftswachstum, dessen Zeuge er in den letzten Jahren wurde, auch so nachhaltig ist, da\u00df es auf Dauer tr\u00e4gt. In den Fragen schwingen h\u00f6rbare Zweifel mit.<\/p>\n<p>Gerhard Laux ist vermutlich der Deutsche mit der intensivsten Georgien-Erfahrung. Als Leiter des Saarbr\u00fccker Grundbuch- und Vermessungsamtes hat er in einem GTZ-finanzierten Projekt in Tiflis das Katasterwesen aufgebaut, wobei ihm seine Erfahrungen aus den Reformjahren in der ehemaligen DDR zugute kamen. Von 1989 bis 1992 war er auf Ost-Entwicklungshilfe in Cottbus und hat dort gelernt, welche Schritte notwendig sind, aus sozialistischem Gemeineigentum an Grund, Boden und Immobilien ein funktionierendes, marktwirtschaftliches Grundst\u00fccks- und Immobilienwesen aufzubauen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Georgien, sagt er heute, war das Katasterprojekt ein Konjunkturprogramm ohnegleichen, eine Art \u201eMarschallplan ohne Geld\u201c. Denn \u00fcber Nacht waren aus Wohnungsbenutzern Wohnungseigent\u00fcmer geworden, die mit ihrem Eigentum auf einen Markt geworfen wurden, der nur durch ein wirkungsvolles Katasterwesen geordnet werden konnte. Erst mit der Registrierung von Eigentum an Grund und Boden konnte eine \u201eGelddruckmaschine\u201c angeworfen werden, da Banken, K\u00e4ufern und Verk\u00e4ufern ein sicherer und vor allem transparenter Grundst\u00fccks- und Bodenmarkt organisiert wurde. Deshalb hat Laux von Anfang an Vermesser, Verwaltung und Notare in sein Boot geholt. Wenns dann einmal zu kriseln anfing zwischen den einzelnen Berufsgruppen, hat er einfach ein Fu\u00dfballspiel angesetzt, bei dem die Gem\u00fcter wieder heruntergek\u00fchlt wurden.<\/p>\n<p>In 20 Jahren deutsch-georgischer Zusammenarbeit ist das GIZ-Kataster-Projekt Tiflis-Saarbr\u00fccken vermutlich das erfolgreichste, weil es nachhaltig die Wirtschaftsstruktur des Landes ver\u00e4ndert hat. Und sp\u00e4ter wurde dann von der kfw und anderen Organisationen finanziert auch landesweit ein Kataster aufgebaut.<br \/>\nEinen sp\u00e4ten Erfolg k\u00f6nnen Laux und die GOPA-Consulting, die das landesweite Projekt durchzog, feiern: In Aserbaidschan wird in den St\u00e4dten G\u00e4ndsch\u00e4 und Scheki derzeit ein Katatserwesen aufgebaut. Einer der externen Berater f\u00fcr dieses Projekt war Sosso Salukwadse. Sechs Jahre war er Assistent von Gerhard Laux im Tifliser Katasterprojekt, achte Jahre dann bei der GOPA im landesweiten Katasteraufbau. Und langsam interessieren sich auch andere ehemalige Sowjet-Republiken f\u00fcr das Konjunkturprogramm a la Laux. Die drei baltischen Staaten \u00fcberlegen sich derzeit, ebenfalls ein Kataster einzuf\u00fchren. F\u00fcr Sosso Salukwadse k\u00f6nnte es dann bald wieder hei\u00dfen: Koffer packen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerhard Laux erinnert sich an die Anf\u00e4nge des georgischen Katasters Gerhard Laux ist \u00fcberrascht. 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