{"id":941,"date":"2012-06-16T09:21:12","date_gmt":"2012-06-16T07:21:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=941"},"modified":"2012-06-16T09:21:13","modified_gmt":"2012-06-16T07:21:13","slug":"25-profis-und-300-amateure","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=941","title":{"rendered":"25 Profis und 300 Amateure"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=942\" rel=\"attachment wp-att-942\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-942\" title=\"juni_frauenfu\u00dfball_P1140591\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_frauenfu\u00dfball_P1140591-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_frauenfu\u00dfball_P1140591-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_frauenfu\u00dfball_P1140591-150x112.jpg 150w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_frauenfu\u00dfball_P1140591-399x300.jpg 399w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/juni_frauenfu\u00dfball_P1140591.jpg 425w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Frauenfu\u00dfball in Georgien\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Von Daniel Nitsch\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Dass Fu\u00dfball kein reiner M\u00e4nnersport mehr ist, ist in Europa nicht mehr besonders erw\u00e4hnenswert. Doch in Georgien sind die Geschlechterrollen noch relativ stark einzementiert. Zur\u00a0Fu\u00dfball-Europameisterschaft in der Ukraine und in Polen hat die Kaukasische Post \u00fcber den Zustand des Damenfu\u00dfballes in Georgien nachgefragt und ein Gespr\u00e4ch mit der Pr\u00e4sidentin des Georgischen Frauenfu\u00dfballverbandes, Nino Sordia, gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Zuerst die Eckdaten: Der Frauenfu\u00dfball in Georgien ist in einer Unterabteilung des Georgischen Fu\u00dfballverbandes organisiert. Etwa 25 Damen sind dort als Profispielerinnen gemeldet, wobei die meisten davon im Ausland t\u00e4tig sind. Weitere 300 Spielerinnen werden als Amateure gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Diese Zahlen sind im Vergleich mit den f\u00fchrenden Nationen im Damenfu\u00dfball, wie Deutschland oder den USA \u2013 wo Fu\u00dfball unter Frauen sogar beliebter ist als unter M\u00e4nnern &#8211; nur sehr gering. Nino Sordia sieht daf\u00fcr einen Hauptgrund: Frauenfu\u00dfball hat in Georgien keine Tradition, bzw. wird er als nur schlecht mit der Georgischen Kultur kompatibel angesehen. Au\u00dferdem wird Frauenfu\u00dfball in Georgien erst seit wenigen Jahren aktiv gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Diese Geschichte erinnert jedoch durchaus an die Schwierigkeiten des Frauenfu\u00dfballs in Europa vor einigen Jahrzehnten. In der Bundesrepublik Deutschland beispielsweise wurde Fu\u00dfball, speziell nach dem Gewinn des Weltmeistertitels 1954, auch unter Frauen sehr popul\u00e4r, zahlreiche Hobbyteams wurden gegr\u00fcndet. Doch 1955 beschloss der DFB, den Frauenfu\u00dfball zu verbieten, da \u201ediese Kampfsportart der Natur des Weibes im Wesentlichen fremd ist\u201c, \u201eK\u00f6rper und Seele erleiden unweigerlich Schaden\u201c, und das \u201eZuschaustellen des K\u00f6rpers verletzte Schicklichkeit und Anstand\u2026\u201c. Zudem wurde vom DFB eine angeblich sch\u00e4dliche Wirkung des Sportes auf die Geb\u00e4rf\u00e4higkeit genannt. Erst in den 1970er-Jahren wurde es Damen wieder erlaubt, sich im DFB verbandsm\u00e4\u00dfig zu organisieren, der gro\u00dfe Durchbruch zur Weltspitze erfolgte dann in den 1980er- und 1990er-Jahren.<\/p>\n<p>In der Sowjetzeit wurde der Frauenfu\u00dfball jedoch erst in der Sp\u00e4tphase gef\u00f6rdert. Erst 1991 nahmen die Sowjetischen Damen an Turnierbewerben teil, davor wurden nur Freundschaftsspiele bestritten. Nachdem die Sowjetunion kurz darauf zerfiel und Georgien, wie auch einige andere Nachfolgestaaten danach andere Sorgen hatten, geriet der Frauenfu\u00dfball wieder in Vergessenheit.<\/p>\n<p>Doch seit einigen Jahren wird auch in Georgien der Frauenfu\u00dfball aktiv gef\u00f6rdert. Der Frauenfu\u00dfballverband veranstaltet regelm\u00e4\u00dfig Kleinturniere f\u00fcr Hobbyteams, 2012 wird auch erstmals ein Schulturnier in acht Regionen mit etwa 700 Spielerinnen durchgef\u00fchrt werden. Das soll helfen, den Sport speziell bei jungen M\u00e4dchen popul\u00e4r zu machen.<br \/>\nInzwischen wurde auch ein \u00dcbereinkommen mit den Vereinen der obersten Georgischen Liga getroffen, dass jeder Verein auch ein Damenteam einrichten soll. Doch die Umsetzung wurde, mit Ausnahme von Dila Gori, noch nicht begonnen. Gori ist dabei besonders erw\u00e4hnenswert, da dort auch eine Fu\u00dfballschule f\u00fcr M\u00e4dchen er\u00f6ffnet wurde.<\/p>\n<p>Derzeit gibt es zwei Nationalteams, eine A-Auswahl sowie eine U17-Auswahl. Georgien belegt derzeit Platz 113 in der FIFA-Weltrangliste und das A-Team nimmt erst seit 1997 an den Qualifikationen f\u00fcr internationale Wettbewerbe teil, konnte sich jedoch bisher noch f\u00fcr keinen Bewerb qualifizieren. Das erste Pflichtspiel gegen Jugoslawien ging mit 0:11 verloren, der erste Sieg konnte erst 2009 gegen Mazedonien (3:1) eingefahren werden. Die h\u00f6chste Niederlage setzte es bei der Qualifikation f\u00fcr die WM 2011, bei der die georgischen Damen als Gruppenletzte ausschieden, mit einem 0:15-Debakel gegen D\u00e4nemark.<\/p>\n<p>Was jedoch dem Frauenfu\u00dfball in Georgien einen wirklichen Popularit\u00e4tsschub geben k\u00f6nnte, beantwortet Nino Sordia ohne zu z\u00f6gern: Die nationale Meisterschaft muss besser organisiert und konstanter werden.<\/p>\n<p>Die Damenfu\u00dfballmeisterschaft findet derzeit j\u00e4hrlich in den Monaten Juli und August statt. Gepr\u00e4gt ist sie durch eine st\u00e4ndig wechselnde Zahl von Teams. F\u00fcr heuer werden acht Teams erwartet, erhofft werden noch ein paar mehr. Titelverteidiger ist \u00fcbrigens Nortschi Dinamo Tbilissi.<\/p>\n<p>Finanzielle Unterst\u00fctzung bei den Bem\u00fchungen erh\u00e4lt der Frauenfu\u00dfballverband vor allem aus den F\u00f6rdert\u00f6pfen der FIFA und UEFA. Ob die m\u00f6gliche Kandidatur von Georgien, gemeinsam mit Aserbaidschan, f\u00fcr die Euro 2020 Fu\u00dfball f\u00fcr mehr Frauen und M\u00e4dchen in Georgien interessant machen k\u00f6nnte, verneinte Nino Sordia jedoch. Das ist noch zu weit weg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauenfu\u00dfball in Georgien\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Von Daniel Nitsch\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dass Fu\u00dfball kein reiner M\u00e4nnersport mehr ist, ist in Europa nicht mehr besonders erw\u00e4hnenswert. Doch in Georgien sind die Geschlechterrollen noch relativ stark einzementiert. 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