{"id":839,"date":"2012-05-22T05:44:02","date_gmt":"2012-05-22T03:44:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=839"},"modified":"2012-05-22T05:44:02","modified_gmt":"2012-05-22T03:44:02","slug":"wie-sieht-die-stadt-von-morgen-aus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=839","title":{"rendered":"Wie sieht die Stadt von morgen aus?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=840\" rel=\"attachment wp-att-840\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-840\" title=\"New Tbilisi - ein Projekt?\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/2012_5_stadtforum_IMG_1368.jpg\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"213\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/2012_5_stadtforum_IMG_1368.jpg 283w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/2012_5_stadtforum_IMG_1368-150x112.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/a>Internationales Forum\u00a0in Tiflis\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Wenn man die Entwicklung einer j\u00e4hrlichen Konferenz zum Ma\u00dfstab nimmt, dann hat Tiflis in den letzten f\u00fcnf Jahren einen Quantensprung ohnegleichen gemacht. Im Jahr 2007 trafen sich im Rahmen der St\u00e4dtepartnerschaft Saarbr\u00fccken-Tiflis nicht einmal 50 Personen aus beiden St\u00e4dten zum ersten lokalen Wirtschaftsforum. Aus dieser kleinen Veranstaltung wurde mittlerweile ein j\u00e4hrlicher, internationaler Kongress, veranstaltet vom Amt f\u00fcr Wirtschaftsf\u00f6rderung der Stadtverwaltung Tiflis, das <strong>\u201eTbilisi-LED \u2013 Local Economic Development Forum\u201c<\/strong>. Beim sechsten LED-Forum im April des Jahres 2012 waren nahezu 600 Teilnehmer aus mehr als 25 L\u00e4ndern angereist, vor allem aus dem S\u00fcdkaukasus und Osteuropa, aber auch aus Asien, Afrika und Nordamerika. Von den georgischen Medien besonders beachtete Teilnehmer waren die B\u00fcrgermeister von Kairo und Ramciel, der Hauptstadt des neu gegr\u00fcndeten Staates S\u00fcdsudan. Sie alle wollten in der georgischen Hauptstadt Erfahrungen, Visionen und L\u00f6sungen f\u00fcr die Stadtentwicklung der n\u00e4chsten Jahrzehnte austauschen.<\/p>\n<p>Gigi Ugulawa, der B\u00fcrgermeister von Tiflis, stellte den Konferenzteilnehmern vor allem die Erfolge der letzten Jahre in der georgischen Hauptstadt vor: B\u00fcrokratie und Korruption wurden erfolgreich bek\u00e4mpft. Alle Verwaltungsvorg\u00e4nge werden elektronisch vorgenommen, auf Webseiten sind alle f\u00fcr die B\u00fcrgerschaft notwendigen Informationen abrufbar. Tiflis habe sich zu einer auch im globalen Ma\u00dfstab wettbewerbsf\u00e4higen Stadt entwickelt mit einer fortschrittlichen Vision, integriert in den internationalen Dialog, nicht zuletzt durch diese j\u00e4hrliche Konferenz.<\/p>\n<p>\u00dcber 70 % der Weltbev\u00f6lkerung werden im Jahr 2015 in St\u00e4dten leben, zwei Drittel davon in St\u00e4dten mit etwa ein bis zwei Millionen Einwohnern, erinnerte Silke Kl\u00f6ver von der Deutschen Botschaft Tiflis in ihrem Gru\u00dfwort die Forumsteilnehmer. Dies erfordere weltweit neue Formen der Urbanisation, wenn die Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung auch wirklich erf\u00fcllt werden sollen. Die Konferenz wird seit Jahren vom Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit \u00fcber die GIZ (Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit) gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Das zweit\u00e4gige Forum besch\u00e4ftigte sich mit allen Fragen der Stadtentwicklung vom Image einer Stadt und ihrer\u00a0\u00a0 Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u00fcber die Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr ihre Bewohner, die Verbindung mit den sie umgebenden Regionen, die b\u00fcrgerschaftliche Teilhabe an st\u00e4dtischen Angelegenheiten bis zur weltweit anerkannten Forderung nach Good Governance, verantwortungsvoller\u00a0 Regierungsf\u00fchrung also. Dabei machte vor allem die Europ\u00e4ische Union in verschiedenen Beitr\u00e4gen klar, dass sie den internationalen Dialog nicht nur mit den Zentralregierungen pflegt, sondern verst\u00e4rkt Gewicht darauf legt, mit den lokalen Verwaltungen und gesellschaftlichen Organisationen zusammen zu arbeiten. Denn diese sind nicht nur Ausf\u00fchrungsorgane staatlicher Zentral-Strategie, sie erf\u00fcllen auch eine wichtige, eigenst\u00e4ndige und in Zukunft immer wichtigere Rolle in der Entwicklung nationaler Politik.<\/p>\n<p>In einem der \u00fcber 20 Foren der beiden Tage ging Dr. Petra Templat, die GIZ-Programmdirektorin f\u00fcr die Kommunalentwicklung im S\u00fcdkaukasus, noch viel weiter. Sie forderte eine direkte Einbeziehung der B\u00fcrgerschaft in alle kommunalen Entscheidungsprozesse, zum Beispiel bei der Aufstellung eines Haushalts. \u201eDie Stadt von morgen hat keine Zukunft ohne die Einbindung der \u00d6ffentlichkeit in politische Entscheidungsprozesse\u201c. Zur \u00dcberraschung vieler erg\u00e4nzte Ahmed Eiweida, Chef der Weltbank-Mission in Georgien, dass Tiflis auf dem besten Wege sei, diese Vision umzusetzen.<\/p>\n<p>In einem anderen Forum ging es um die Ansiedlung von Unternehmen, in Georgien ein gro\u00dfes Thema, wirbt doch das Land weltweit um Investoren. Mariusz Sagan, der Chef der Unternehmensf\u00f6rderung in der polnischen Stadt Lublin, hielt diesem Schielen nach ausl\u00e4ndischen Investoren eine ganz andere Strategie entgegen: Erste Priorit\u00e4t hat in Lublin die F\u00f6rderung lokaler Unternehmer, vor allem die Unterst\u00fctzung bei der Unternehmensgr\u00fcndung. \u201eWer neue Unternehmen ansiedeln will, muss ihnen die Erfolgsgeschichten vorhandener Unternehmen erz\u00e4hlen k\u00f6nnen\u201c, erg\u00e4nzte der Schotte Douglas Clark, Chef einer britischen Unternehmensberatung. Uta Beyer von der Deutschen Wirtschaftsvereinigung in Georgien fasste die Motivation deutscher Unternehmen, sich in Georgien niederzulassen zusammen in dem Satz: \u201eEs sind die Leute von Georgien, die es wert sind, hier zu investieren.\u201c<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t einer Stadt auch bei der Frage der Unternehmensansiedlung sind neben der Infrastruktur und der Qualit\u00e4t der Arbeitskr\u00e4fte vor allem Fragen der \u00d6kologie und Umwelt. Von st\u00e4dtischen Zusammenballungen gehen einerseits gro\u00dfe Umweltbelastungen aus, andererseits verliert jede Stadt an Wettbewerbsf\u00e4higkeit, deren Umweltbilanz nicht stimmt. Rechtzeitig zum LED-Forum legte die Tifliser Sektion der weltweiten Organisation GEO-Cities (GEO = Global Environmental Outlook) eine Bestandsaufnahme der Umweltsituation von Tiflis vor. Das 100-seitige, von unabh\u00e4ngigen Fachleuten nach internationalen Standards erarbeitete Kompendium listet in allen statistischen Details die derzeitige Umweltsituation von Tiflis auf und macht konkrete Vorschl\u00e4ge, die alles andere als gut zu bezeichnende Umwelt-Bedingungen in der Stadt zu verbessern. Vor allem wird ein intensivere Beobachtung der \u00a0Umwelt-Situation gefordert und eine schonungslose Information der Bev\u00f6lkerung. Ein erster, wichtiger Schritt zur geforderten B\u00fcrgerbeteiligung in der Stadt der Zukunft, wenn denn die Vorschl\u00e4ge von GEO-Cities Tbilisi von der politischen Ebene auch umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Wie sich die georgischen Stadtplaner die Zukunft von Tiflis vorstellen, wurde in einer anderen Pr\u00e4sentation deutlich. Die Stiftung \u201eNew Tbilisi\u201c stellte die Planungen f\u00fcr das 200 Hektar gro\u00dfe k\u00fcnftige Verwaltungszentrum im Stadtteil Didube vor. Die Vision einer Stadt, die Dich liebt, wie der Slogan von Tiflis verspricht: \u201eTbilisi \u2013 the city that loves you\u201c. \u00dcbrigens: Das Thema Denkmalschutz fand auf dem LED-Forum \u00fcber die Stadt von morgen nicht statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationales Forum\u00a0in Tiflis\u00a0\u00a0\u00a0 Wenn man die Entwicklung einer j\u00e4hrlichen Konferenz zum Ma\u00dfstab nimmt, dann hat Tiflis in den letzten f\u00fcnf Jahren einen Quantensprung ohnegleichen gemacht. 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