{"id":3146,"date":"2020-11-24T17:02:08","date_gmt":"2020-11-24T16:02:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=3146"},"modified":"2020-11-24T17:02:08","modified_gmt":"2020-11-24T16:02:08","slug":"rainwurf-aktuell-die-monatliche-satire-in-der-kapost-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=3146","title":{"rendered":"RAINwurf aktuell &#8211; die monatliche Satire in der KaPost"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-0 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Nach den Wahlen in Georgien und den USA herrscht in beiden Staaten dieselbe Sprachlosigkeit zwischen den Akteuren. Trump spricht nicht mit Biden, der georgische Traum nicht mit der Opposition. Trump will sein Amt nicht aufgeben, die georgische Opposition will ihr \u00c4mter nicht antreten. Was immer die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler entschieden haben, wird unter dem Vorwand \u201eAlles nur manipuliert\u201c erst einmal ad acta gelegt. War da was?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Nun hat aber Georgien gegen\u00fcber den USA einen gewaltigen Vorsprung in Sachen innen-demokratischer Konfliktl\u00f6sung. Es hat etwas, was Trump, Biden und Kampfesgef\u00e4hrten nicht haben: den Rat der internationalen Gouvernanten. Wir haben an dieser Stelle bereits vor einiger Zeit dar\u00fcber geschrieben. Die internationalen Gouvernanten treten in Tiflis immer \u00f6fter in Erscheinung, und zwar immer dann, wenn die die politische Elite des Landes nicht mehr in der Lage ist, Probleme im Diskurs zu behandeln und eventuell sogar im Kompromiss zu l\u00f6sen. Wenn die Demokratie vom Saal auf die Stra\u00dfe verlegt wird. So war es bei der umstrittenen Wahlrechtsreform vor ein paar Monaten. So ist es jetzt wieder, wobei Regierung und Opposition sind sich sogar in einer Sache einig sind: Sie reden nur miteinander, wenn andere, die internationalen Gouvernanten n\u00e4mlich, einladen, wenn diese R\u00e4ume, St\u00fchle und Tische auf neutralem Boden daf\u00fcr bereitstellen, sicher auch die Tagungsgetr\u00e4nke. Dabei ist fraglich, in welcher Sprache man miteinander redet. Georgisch verstehen die wenigsten der Gouvernanten. Und ob es dem Stolz der Georgier entspricht, ihre Probleme etwa in englischer Sprache zu verhandeln, kann infrage gestellt werden. Also m\u00fcssen die Gouvernanten wohl oder \u00fcbel auch die Dolmetscher bezahlen. Das darf man zumindest so annehmen.<br>Wer sind diese Gouvernanten? Die Botschaften der L\u00e4nder und Organisationen, die Georgien als seine Freunde bezeichnen kann. Man k\u00f6nnte es auch anders nennen: Die Diplomaten der L\u00e4nder und Organisationen, die wegen der geostrategischen Lage des Landes ein besonderes Interesse an diesem haben und sich seit Jahren und Jahrzehnten auch finanziell immer wieder erkenntlich gezeigt haben. Kurz: Die USA und Europa. Sie treten daher als innenpolitische Vermittler im Kaukasus auf, das hei\u00dft nur in einem Kaukasus-Staat. Denn in anderen L\u00e4ndern der Region ist ihre Vermittlungskunst kaum noch gefragt, da haben sie anscheinend ausgedient.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Kann man dieses Modell jetzt auf Amerika \u00fcbertragen? Wenn ja, wer k\u00f6nnten die internationale Gouvernanten sein, die die innenpolitischen Streith\u00e4hne an den Tisch und dann auch noch zum Reden bringen? Darf man da spekulieren? Die M\u00f6chtegern-M\u00e4chte oder die Realo-M\u00e4chtigen aus den Metropolen der Welt scheiden wohl aus: Moskau, Peking, Pj\u00f6ngjang, Ankara, London, Brasilia oder wer auch immer sich dazu berufen f\u00fchlte. Die geistigen F\u00fchrer der Welt anscheinend auch, wer will sich schon auf einen Disput mit den vertrumpten Evangelikalen in den USA einlassen? Gibt es aus Sport und Kunst eventuell irgendwelche Autorit\u00e4ten, die in Washington Geh\u00f6r finden w\u00fcrden? Eher nicht. Nach Lage der Dinge gibt es wohl nur eine Person, die Donald Trump zum Einlenken bewegen k\u00f6nnte, denn das ist wohl das Ziel einer jeden Vermittlung in den USA von heute, f\u00fcr Donald einen Weg zu finden, aufzugeben, ohne sein Gesicht und gar seine Haarpracht zu verlieren. Wer k\u00f6nnte diese Person sein? Wer hat gen\u00fcgend Expertise? Klar doch, nur einer: Unser Mischa. Mit seiner Erfahrung in Sachen Amts\u00fcbergabe aus der Ferne k\u00f6nnte er seinem fr\u00fcheren Batumi-F\u00f6rderer den Weg weisen. Einfach am letzten Tag der Amtsperiode in ein Regierungsflugzeug steigen, irgendwo in der Welt einer Universit\u00e4t seine Dienste als Weltmeister demokratischer Reformpolitik anbieten, ohne sp\u00e4ter auch nur eine einzige Vorlesung zu halten. Das Flugzeug dann irgendwo in der Ferne abstellen, die Crew entlassen. Vorher noch die pr\u00e4sidialen Bankkonten leer r\u00e4umen. Und sich sp\u00e4ter dann in irgendeinem anderen Land als Pr\u00e4sidialberater aufzudr\u00e4ngen mit dem eigentlichen Ziel, von da aus die n\u00e4chste Wahlkampagne in der Heimat anzusteuern. Der unsch\u00e4tzbare Vorteil f\u00fcr Trump: Er muss keinen Staatsanwalt und kein Gericht seines eigenen Landes f\u00fcrchten, er muss sich auch selbst nicht vorsorglich begnadigen. Er muss nur seine Melania vor Ort lassen, die hin und wieder einmal das eine oder andere politische Mandat anstrebt. So kann er \u00fcber Twitter und social media jederzeit in die Innenpolitik seines Landes eingreifen. Vielleicht gelingt ihm dann etwas, was Mischa nicht gelang, das Erfolgserlebnis n\u00e4mlich, dass ihn sein Land wirklich noch einmal sehen will. Zumindest die Mehrheit der W\u00e4hler. Aber ehrlich, das ist nur eine wage Hoffnung, denn eines wissen wir ja jetzt zu genau: Auch in den USA, dem Musterland der Demokratie, werden neuerdings Wahlen nur noch gef\u00e4lscht. So wie in Georgien seit nahezu drei Jahrzehnten. So wird Donald nur \u00fcbrig bleiben, in Adscharien um Asyl nachzufragen und dort in Batumi auf die noch zu erstellenden Trump-Towers zu warten, sofern es noch irgendjemanden gibt, der in ein Trump-Projekt investieren will. Er selbst kann es wohl nicht mehr\u2026<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den Wahlen in Georgien und den USA herrscht in beiden Staaten dieselbe Sprachlosigkeit zwischen den Akteuren. Trump spricht nicht mit Biden, der georgische Traum nicht mit der Opposition. 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