{"id":308,"date":"2012-05-05T14:53:25","date_gmt":"2012-05-05T12:53:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.erkanet.de\/KaromediaWP\/?p=308"},"modified":"2012-05-09T15:36:43","modified_gmt":"2012-05-09T13:36:43","slug":"sicherheit-im-strasenverkehr-verbessert","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=308","title":{"rendered":"Sicherheit im Stra\u00dfenverkehr verbessert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Daniel Nitsch<\/strong><\/p>\n<p>Wer das erste Mal nach Georgien kommt, hat in der Regel das Vergn\u00fcgen, mit dem Taxi vom Flughafen in die Stadt zu fahren. Der allererste Eindruck vom Land ist daher der chaotische Fahrstil der georgischen Autofahrer. Auch wer eine \u00dcberlandfahrt miterlebt hat, sei es als Fahrer oder Passagier, kann von zahlreichen haarstr\u00e4ubenden Szenen berichten. Es wird blind \u00fcberholt, Geschwindigkeitsbeschr\u00e4nkungen werden als Empfehlungen f\u00fcr Feiglinge und Bodenmarkierungen maximal als Verzierung der Stra\u00dfe angesehen. Doch wie gef\u00e4hrlich ist der Stra\u00dfenverkehr in Georgien wirklich?<\/p>\n<p>Unfallzahlen und Verletzte lassen sich mit Europa nicht vergleichen. Da in Georgien keine Versicherungspflicht besteht, werden nur die wenigsten Unf\u00e4lle statistisch erfasst. So wurden in Georgien im Jahr 2010 nur 5.100 Unf\u00e4lle und 7.560 Verletzte registriert, w\u00e4hrend in \u00d6sterreich, mit knapp doppelt so vielen Einwohnern und neun Mal so vielen Kraftfahrzeugen, ca. sieben Mal so viele Unf\u00e4lle und Verletzte im Stra\u00dfenverkehr registriert wurden. Daher ist ein statistischer Vergleich mit anderen L\u00e4ndern nur bei den t\u00f6dlichen Verkehrsunf\u00e4llen sinnvoll.<\/p>\n<p>Im Jahr 2010 starben in Georgien 685 Personen im Stra\u00dfenverkehr, das sind 152 Todesf\u00e4lle pro Million Einwohner. Die Todesrate ist damit etwa zweieinhalb Mal h\u00f6her als in \u00d6sterreich (66) und fast viermal so hoch wie in Deutschland und der Schweiz (45 bzw. 40). Dabei steht Georgien auch schlechter da als die Nachbarn Armenien und Aserbaidschan, die auf jeweils ca. 130 t\u00f6dlich Verungl\u00fcckte pro einer Million Einwohner kommen.<\/p>\n<p>Die Todesf\u00e4lle auf Georgiens Stra\u00dfen stiegen bis 2008 kontinuierlich an, damals fanden 867 Personen den Tod. Der starke Anstieg der Verkehrsunf\u00e4lle bis 2008 ist auf die stark wachsende Zahl an Autos bei nur schlecht ausgebauter Infrastruktur zur\u00fcckzuf\u00fchren. Jedoch ist Georgien noch immer weit von der Vollmotorisierung entfernt. W\u00e4hrend in Georgien die Zahl der gemeldeten Kraftfahrzeuge von 2008 bis 2.010 um ein Sechstel auf 713.000 stieg, kommen immer noch nur knapp 160 Kfz auf Tausend Einwohner. Das sind deutlich weniger als in \u00d6sterreich (726), Deutschland (623) und der Schweiz (521).<\/p>\n<p>2009 war das Unfallgeschehen r\u00fcckl\u00e4ufig und stagniert seit 2010. Gr\u00fcnde f\u00fcr die positive Entwicklung sind u.a. massive Investitionen in den Stra\u00dfenbau sowie die Sicherheitsgurtpflicht, die 2005 auf \u00dcberlandstra\u00dfen eingef\u00fchrt und 2010 auch auf die St\u00e4dte ausgedehnt wurde. Verkehrsstrafen wurden erh\u00f6ht und die Polizei kontrolliert und ahndet Vergehen nun konsequenter, speziell Geschwindigkeits\u00fcbertretungen und Alkohol am Steuer.<\/p>\n<p>Trotz zahlreicher Verbesserungen werden von der Stiftung \u201ePartnership for Road Safety\u201c immer noch einige Probleme im Stra\u00dfenverkehr angef\u00fchrt. Zwar ist die Ausbildung der Lenker inzwischen besser \u2013 in den 1990ern war es z.B. noch m\u00f6glich, den F\u00fchrerschein f\u00fcr 100 Dollar einfach zu kaufen &#8211; jedoch erfordert auch heute noch die T\u00e4tigkeit als Fahrlehrer keine gesetzlichen Mindeststandards. F\u00fchrerscheinaspiranten absolvieren eine theoretische Pr\u00fcfung und eine Fahrt auf einem \u00dcbungsplatz, m\u00fcssen aber nicht nachweisen, dass sie auch im normalen Stra\u00dfenverkehr bestehen k\u00f6nnen. Und auch wenn die alten Autos aus der Sowjetzeit stetig durch modernere, sicherere Fahrzeuge verdr\u00e4ngt werden, gibt es in Georgien keine technische \u00dcberpr\u00fcfung wie in Europa. Die Stiftung sch\u00e4tzte 2009, dass 50-60 % der Fahrzeuge Georgiens bei einer sicherheitstechnischen \u00dcberpr\u00fcfung durchfallen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>In den deutschsprachigen L\u00e4ndern \u00fcberschlagen sich die Medien j\u00e4hrlich mit Jubelmeldungen, im vergangenen Jahr seien die wenigsten Menschen seit Beginn der Aufzeichnungen bei Verkehrsunf\u00e4llen ums Leben gekommen. Um auch in Georgien beim R\u00fcckgang der Verkehrstoten von 2008 bis 2010 von einem \u00e4hnlichen Trend zu sprechen, ist aufgrund der vorliegenden Zahlen verfr\u00fcht. Jedoch ist es zumindest ein Indiz, dass Georgien bez\u00fcglich Verkehrssicherheit auf einem guten, wenn auch noch sehr weiten Weg ist.<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>\nFoundation \u201ePartnership for Road Safety\u201c, <a href=\"http:\/\/www.safedrive.ge\">www.safedrive.ge<\/a><br \/>\nKraftfahrt-Bundesamt (KBA) der Bundesrepublik Deutschland<br \/>\nOSCE, http:\/\/www.osce.org\/eea\/86342 S. 19, abgerufen am 13.2.2012<br \/>\nSchweizer Bundesamt f\u00fcr Statistik<br \/>\nStatistik Austria<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Daniel Nitsch Wer das erste Mal nach Georgien kommt, hat in der Regel das Vergn\u00fcgen, mit dem Taxi vom Flughafen in die Stadt zu fahren. Der allererste Eindruck vom Land ist daher der chaotische Fahrstil der georgischen Autofahrer. 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