{"id":300,"date":"2012-05-05T14:42:28","date_gmt":"2012-05-05T12:42:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.erkanet.de\/KaromediaWP\/?p=300"},"modified":"2012-05-08T00:45:02","modified_gmt":"2012-05-07T22:45:02","slug":"auf-der-suche-nach-der-welt-von-gestern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=300","title":{"rendered":"Auf der Suche nach der Welt von gestern"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.erkanet.de\/KaukPostWP\/?attachment_id=424\" rel=\"attachment wp-att-424\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-424\" title=\"Mestia im Winter\" src=\"http:\/\/www.erkanet.de\/KaukPostWP\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/2012_3_swanetien.ttif_.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"149\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/2012_3_swanetien.ttif_.jpg 198w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/2012_3_swanetien.ttif_-150x112.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a>Auf Fotoreportage im winterlichen Uschguli<\/strong><\/p>\n<p>Sie sind auf der Suche nach der Welt von gestern: Alex Heller, Fotograf, und Bj\u00f6rn Reinhardt, Dokumentarfilmer. In allen Erdteilen waren sie, in vielen L\u00e4ndern. Jetzt haben sie eine einw\u00f6chige Winter-Expedition nach Oberswanetien abgeschlossen. Obwohl Uschguli der erwartete Volltreffer war, erkannten sie aber sehr schnell, dass man auch dort, \u201eam gef\u00fchlten Rande der Welt\u201c ganz tief eintauchen muss in die Szene, um die Welt von gestern noch unverf\u00e4lscht zu entdecken. Denn auch in Swanetien ist immer mehr von einem neuen Lebensgef\u00fchl zu erkennen, das diese einst abgeschiedene Region ver\u00e4ndern wird. \u201eDie Menschen wollen raus aus dieser Zeit, ich will aber rein!\u201c<\/p>\n<p>Alex Heller ist selbst ein Mann von gestern. Er fotografiert schwarz\/wei\u00df und das noch analog, also auf Zelluloid. Das Ergebnis seiner Arbeit erkennt er erst zu Hause in der Dunkelkammer. Schnell draufhalten und dann auf dem Screen das Ergebnis \u00fcberpr\u00fcfen, ist seine Sache nicht. Gerade deshalb geh\u00f6rt er zu der Sorte Fotografen, die sich intensiv mit einer Landschaft und ihren Menschen besch\u00e4ftigen, die ganz genau hinschauen, bevor sie auf den Ausl\u00f6ser dr\u00fccken. Und er wei\u00df auch zu genau, dass er sich gelegentlich seine Gestern-Welt optisch einrichten muss und damit ver\u00e4ndern. \u201eDie L\u00fcge der Fotografie\u201c nennt er es, wenn er zum Beispiel den zentralen Telekommunikations-Funkturm von Uschguli immer wieder hinter einem Turm versteckt.<\/p>\n<p>Was er in der f\u00fcr seine Fotografie wichtigen, grandiosen Landschaftskulisse gesehen und fotografiert hat, \u201eSzenen zum Atem anhalten\u201c, ist f\u00fcr Kenner Swanetiens nicht \u00fcberraschend: Wilde, archaische Opferrituale mit inbr\u00fcnstigen Gebeten und ausufernden Zechgelagen, die mit dem Ort, an denen sie stattfinden, einer Kirche, nur wenig zu tun haben. Die Dorf\u00e4ltesten ersetzen den Priester, der oben in der Lamaria-Kirche sein orthodoxes Ritual pflegt und die Jahrtausende alten Opferriten ablehnt. Uschguli hat seit zwei Wochen wieder einen Ortspfarrer, der in der kleinen Kirche zelebriert.<\/p>\n<p>Romantisierung? Abbilden von Folklore? \u201eDas h\u00e4ngt von der W\u00fcrde der Menschen ab\u201c, sagt Axel Heller. So wie er die Swanen kennen gelernt hat, ist das mit diesen Menschen nicht zu machen. Zumindest mit der \u00e4lteren Generation. Ob die jungen Leute diese Traditionen unverf\u00e4lscht weiterf\u00fchren, will er nicht beantworten. Schon gar nicht, wenn, wie geplant, auch Uschguli einmal auf einer voll asphaltierten Stra\u00dfe erreichbar sein wird. Die Menschen, vor allem die jungen, warten darauf. \u201eWer will ihnen das verdenken?\u201c In der Woche, in der Heller und Reinhardt in ihrem \u201eUschguli von gestern\u201c waren, sind gerade einmal zwei oder drei Autos angekommen. Im Sommer sieht das heute schon ganz anders aus.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch Skeptiker im Dorf. Giorgi, der Wirt der beiden Bildjournalisten, erkl\u00e4rte unmissverst\u00e4ndlich: \u201eWenn da junge Leute in unanst\u00e4ndiger Kleidung herkommen und sich in aller \u00d6ffentlichkeit k\u00fcssen, dann machen wir die Stra\u00dfe wieder dicht!\u201c Das Gestern, Heute und Morgen wird sich in Uschguli wohl noch lange \u00fcber den richtigen Weg in die Zukunft streiten.<\/p>\n<p>Bj\u00f6rn Reinhardt, der Dokumentarfilmer, hat Axel Heller begleitet und \u00fcber dessen Reise \u2013 Ausgangspunkt Bukarest, Ziel Uschguli \u2013 einen Dokumentarfilm produziert. Reinhardt lebt seit zehn Jahren in der rum\u00e4nischen Maramuresch, einem der letzten noch zusammenh\u00e4ngenden Bauernregionen Europas. Nach der Aufnahme Rum\u00e4niens in die EU sind bereits 50 % der Bewohner ausgewandert. Wir werden den Film, der im Mai fertig gestellt sein wird, in der Kaukasischen Post vorstellen und besprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Fotoreportage im winterlichen Uschguli Sie sind auf der Suche nach der Welt von gestern: Alex Heller, Fotograf, und Bj\u00f6rn Reinhardt, Dokumentarfilmer. In allen Erdteilen waren sie, in vielen L\u00e4ndern. Jetzt haben sie eine einw\u00f6chige Winter-Expedition nach Oberswanetien abgeschlossen. 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