{"id":2848,"date":"2018-10-24T22:59:28","date_gmt":"2018-10-24T20:59:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=2848"},"modified":"2018-10-25T14:19:12","modified_gmt":"2018-10-25T12:19:12","slug":"mischas-feldgottesdienst-in-jena","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=2848","title":{"rendered":"Mischas Feldgottesdienst in Jena"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Oder: Die peinliche Selbstdarstellung des ehemaligen Pr\u00e4sidenten Georgiens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>von Rainer Kaufmann, <\/strong>Herausgeber der Kaukasischen Post<\/p>\n<p>Da haben die studentischen Veranstalter vom Fachschaftsrat Politikwissenschaften der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t (FSU) in Jena die Rechnung v\u00f6llig ohne ihren Gast gemacht. <strong><em>\u201eEuropa zwischen Fortschritt und R\u00fcckschritt \u2013 Geh\u00f6ren Oligarchen in die moderne Zeit?\u201c<\/em><\/strong> hie\u00df das angek\u00fcndigte, anspruchsvolle Thema, zu dem der Referent allerdings recht wenig Erhellendes beizutragen hatte, schon gar nicht irgendwelche wissenschaftliche Erkenntnisse und Analysen. Der Referent: Micheil Saakaschwili, der ehemalige Pr\u00e4sident Georgiens und zu Hause noch immer eine \u00f6ffentliche Pers\u00f6nlichkeit, liebevoll Mischa genannt, obwohl er seit jetzt sechs Jahren nur noch als politisches Phantom auftritt und mittlerweile in Holland lebt, finanziell unterst\u00fctzt von seiner Mutter, wie er k\u00fcrzlich selbst in einem Interview erkl\u00e4rte.<a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=2843\" rel=\"attachment wp-att-2843\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-2843\" title=\"web_jena_IMG_0736\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0736.jpg\" alt=\"\" width=\"2768\" height=\"2048\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0736.jpg 2768w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0736-150x110.jpg 150w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0736-300x221.jpg 300w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0736-1024x757.jpg 1024w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0736-405x300.jpg 405w\" sizes=\"(max-width: 2768px) 100vw, 2768px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Mann sei zwar als Politiker und Person umstritten, das wisse man, sagten die Veranstalter vorab, aber er sei ja mittlerweile durchaus zu etwas Distanz zu seiner eigenen Amtszeit f\u00e4hig, sogar zu kritischer Distanz, wurde gesagt. Und angesichts der im n\u00e4chsten Jahr anstehenden Europawahlen sei das Thema f\u00fcr Studierende ja durchaus aktuell. Damit konnte aber noch lange nicht erkl\u00e4rt werden, welche Expertise Saakaschwili in Sachen Europa wirklich aufzuweisen hat und was die Oligarchen aus Saakaschwilis politischen Herkunftsl\u00e4ndern \u2013 Georgien und die Ukraine \u2013 mit Europa und speziell mit der bevorstehenden Wahl zum EU-Parlament zu tun haben.<\/p>\n<p>Schwer zu erkl\u00e4ren ist auch, wie es \u00fcberhaupt zu dieser Einladung nach Jena kam. Jedenfalls sind die Antworten nicht gerade pr\u00e4zise, die man auf diese Frage bekommen konnte. Der ungarische Botschafter in Berlin habe den Vortrag vermittelt, hie\u00df es. Und: Saakaschwili selbst habe sich \u00fcber eine georgische Studentin der FSU f\u00fcr diesen Vortrag angeboten. Dazu erkl\u00e4rte der Leiter des Instituts f\u00fcr Politikwissenschaften recht schwammig, Saakaschwili bef\u00e4nde sich derzeit auf einer Art Vortragstournee durch europ\u00e4ische Universit\u00e4ten, da h\u00e4tten die Studenten vom Fachschaftsrat eben zugegriffen und das Institut habe ihnen dann einen Raum zur Verf\u00fcgung gestellt. Er selbst, der Professor, sei allerdings an diesem Termin verhindert&#8230;.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=2847\" rel=\"attachment wp-att-2847\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-2847\" title=\"web_jena_IMG_0814\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0814.jpg\" alt=\"\" width=\"2088\" height=\"1063\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0814.jpg 2088w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0814-150x76.jpg 150w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0814-300x152.jpg 300w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0814-1024x521.jpg 1024w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0814-500x254.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 2088px) 100vw, 2088px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der H\u00f6rsaal 3 war dann mit weit \u00fcber 400 Zuh\u00f6rern \u00fcbrigens voll besetzt. Aber trotz vielf\u00e4ltiger Bem\u00fchungen ist es der KaPost nicht gelungen, weitere Vortragstermine im Kalender des Vielbesch\u00e4ftigten zu finden, der einst im Wei\u00dfen Haus in Washington ein und aus ging. So bleibt denn &#8211; auch angesichts der recht kurzfristig erfolgten Organisation des Vortrags in einem Zeitraum von nur zwei Wochen zwischen Anfrage und Termin &#8211; der fatale Eindruck, dass da jemand noch unbedingt kurz vor den georgischen Pr\u00e4sidentenwahlen einen \u00f6ffentlichen Auftritt haben wollte. Jedenfalls wurde die Rede samt Frage- und Antwort-Spiel sofort nach der Veranstaltung auf der Facebook-Seite Saakaschwilis in vollem Umfang ver\u00f6ffentlicht. Man sieht, der Mann versteht noch immer sein PR-Handwerk, nicht umsonst war er begleitet von einem georgischen Kamerateam und der vermutlichen Facebook-Influenzerin, die ihn schon im Foyer der Uni Jena ertwartet und vor dem Vortrag fachgerecht verkabelt haben.. <a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=2844\" rel=\"attachment wp-att-2844\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-2844\" title=\"web_jena_IMG_0747\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0747.jpg\" alt=\"\" width=\"1824\" height=\"1844\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0747.jpg 1824w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0747-148x150.jpg 148w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0747-296x300.jpg 296w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0747-1012x1024.jpg 1012w\" sizes=\"(max-width: 1824px) 100vw, 1824px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Erfolg: Nach einem Tag schon rund 50.000 Clicks auf Facebook, ungez\u00e4hlte Likes und Loves und stattlich viele Kommentare, meist positive Emojis. Ob all das real war oder faked &#8211; wer kann das in diesen Zeiten schon beurteilen. Kritik, das jedenfals scheint klar: Fehlanzeige. Auf Facebook bleiben Star und Fans unter sich. Allerdings: In Georgien hat wohl kaum jemand Notiz genommen von dieser Rede, selbst Rustavi 2, der Haus- und Hofsender der Saakaschwili-Partei UNM, hat sich offensichtlich verweigert, obwohl Mischa immer wieder auch auf die am 28. Oktober bevorstehende Pr\u00e4sidentenwahl in Georgien eingegangen ist. Seine fr\u00fchere Partei hat sich mittlerweile ja in zwei Teile zerlegt, die sich im Pr\u00e4sidenten-Wahlkampf bekriegen statt gemeinsam die Regierung anzugreifen. Und Wano Merabischwili, einst Saakaschwilis treuer Diener als Innenminister und Premier, hat k\u00fcrzlich erst aus dem Gef\u00e4ngnis heraus mitgeteilt, er werde sich mit aller Kraft f\u00fcr eine Wiedervereinigung der beiden Parteien einsetzen. F\u00fcr Mischa, das muss man damit wissen, w\u00e4re in einem solchen Szenario nun wirklich kein Platz mehr.<\/p>\n<p>Die Gremien der Universit\u00e4t und des verantwortlichen Instituts jedenfalls m\u00fcssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie sich mit dieser Veranstaltung nicht leichtfertig zum Gehilfen eines Mannes und seines Netzwerkes gemacht haben, dem es weniger um wissenschaftliche Analyse und Aufkl\u00e4rung ging denn um pers\u00f6nlich gepr\u00e4gte politische Demagogie und Propaganda. Schon einen Tag nach Mischas Rede sprach man in Jenaer Universit\u00e4tskreisen davon, dass die Veranstaltung unbedingt nachbereitet werden m\u00fcsse, eine Uni habe immerhin politische Neutralit\u00e4t zu wahren. Man darf gespannt sein, ob und wie das geschieht. Denn &#8211; unabh\u00e4ngig davon &#8211; muss man sich jetzt schon dar\u00fcber wundern d\u00fcrfen, wie leicht es politisch-famili\u00e4ren Netzwerken gemacht wird, eine eindeutig politische Interessens-Veranstaltung mit universit\u00e4rem Segen zu organisieren.<\/p>\n<p>Saakaschwili verkl\u00e4rte zun\u00e4chst ziemlich ausschweifig seine eigene historische Leistung, nach der Rosen-Revolution aus Georgien erst einmal einen richtigen Staat gemacht zu haben: Mischa, the Nation-Builder, the only one. Dass er selbst Mitglied der Regierung Schewardnadse war, zu deren Zeit die grundlegenden gesetzlichen Entscheidungen zur Staatlichkeit Georgiens gelegt wurden, verschweigt er gro\u00dfz\u00fcgig. Die Staatlichkeit Georgiens hat f\u00fcr ihn nur einen Vater: Mischa, himself. Reihenweise pr\u00e4sentiert er altbekannte Statistiken \u00fcber den Easy-Doing-Business-Index, \u00fcber Wachstumszahlen in Tourismus, Volkswirtschaft, Staatshaushalt und Steueraufkommen und vieles, vieles mehr, das alles garniert mit ebenso altbekannten PowerPoint-Tabellen und Schaubildern. H\u00f6hepunkt der peinlichen Selbstbeweihr\u00e4ucherung Saakaschwilis: Fotos von den architektonisch-futuristischen B\u00fcrgerb\u00fcros im ganzen Lande, mit denen er &#8211; wer denn sonst &#8211; die demokratische Entwicklung \u201eseines\u201c Georgiens bis hin zu einer \u201etransparenten Verwaltung\u201c gelegt hat.<a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=2846\" rel=\"attachment wp-att-2846\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-2846\" title=\"web_jena_IMG_0791\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0791.jpg\" alt=\"\" width=\"3492\" height=\"2064\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0791.jpg 3492w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0791-150x88.jpg 150w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0791-300x177.jpg 300w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0791-1024x605.jpg 1024w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/web_jena_IMG_0791-500x295.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 3492px) 100vw, 3492px\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr Georgien-Kenner jedoch nichts anderes als das landesweit bekannte optische Erbe von Mischa, dem Erbauer, dem nach dem erfoglosen Krieg um S\u00fcdossetien des Jahres 2008. In Jena durfte er dies alles widerspruchslos als seinen Beitrag zur politischen Entwicklung Europas pr\u00e4sentieren. Der begr\u00fc\u00dfende Professor des Abends hatte einleitend die Studenten aufgefordert, angesichts der bekannten, polarisierenden Pers\u00f6nlichkeit des Redners in der Diskussion selbst keine polarisierenden Fragen zu stellen, sondern sich auf wissenschaftliches Niveau zu begeben. Dem Redner allerdings hatte er diesen Hinweis, wissenschaftliches Niveau einzuhalten, anscheinend erspart.<\/p>\n<p>Denn der f\u00fchrte dann mit einer lapidaren Wende, einem rhetorischen Salto mortale, \u00fcber zum zweiten Teil seines Vortrages, zur Selbstbemitleidung. Denn: Das all das, seine Erfolge, habe der Oligarch kaputt gemacht. Der Oligarch von Tbilissi, der, ebenso wie seine Kollegen in der Ukraine, vom Ober-Oligarchen Putin entsandt sei. Erkenntnisse, die in Europa sicher ernst genommen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Keine Bemerkung aber, dass er selbst einen Gro\u00dfteil seiner damals wirklich erstaunlich effektiven Anfangs-Reformen in Staat und Gesellschaft nur mit finanzieller Hilfe dieses Oligarchen im Hintergrund hat durchziehen k\u00f6nnen. Und nat\u00fcrlich kein Hinweis auf die vielen Fehler seiner eigenen Regentschaft, in der er selbst in bester Oligarchen-Manier, wenngleich demokratisch gew\u00e4hlt, in nahezu allen Bereichen des \u00f6ffentlichen Lebens durchregierte. Hat nicht die &#8211; von Saakaschwili zu Recht beklagte &#8211; immer schlimmer werdende Abh\u00e4ngigkeit der Justizorgane, der Staatsanwaltschaften und der Gerichte, von den Regierenden, nicht gerade unter seiner Pr\u00e4sidentschaft begonnen und damals schon all die urspr\u00fcnglich erfolgreichen Reform-Ans\u00e4tze in der Justiz aus der Schewardnadse-\u00c4ra zunichte gemacht? Oder: Georgien, erkl\u00e4rte er voll selbstbewusstem Stolz, wurde unter seiner Regentschaft zu einem der sichersten L\u00e4nder Europas. Kein Hinweis aber auf die zu seiner Zeit v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten Strafgef\u00e4ngnisse und die unertr\u00e4glichen Zust\u00e4nde in diesen mit widerw\u00e4rtigen Folterungen und vielem mehr. Oder, eine eher nebens\u00e4chliche, aber dennoch vieles erkl\u00e4rende Episode: Eine Versteigerung \u00fcberfl\u00fcssiger Edelkarossen des Innenministeriums durch die neue Regierung des Georgischen Traums musste abgebrochen werden, weil unter Saakaschwili ein Gro\u00dfteil der ministeriellen Fahrzeuge den fr\u00fcheren Besitzern nachweislich widerrechtlich enteignet worden war. F\u00fcr nahezu alle Bereiche, in denen Saakaschwili den derzeit nun wirklich nicht gerade positiven Einfluss des georgischen Oligarchen bejammert und dies zu Recht, k\u00f6nnte man \u00e4hnliche Beispiele aus seiner Regierungszeit zitieren. In Jena durfte er jetzt ohne jede Korrektur seine Sicht der Dinge erz\u00e4hlen, eine Sicht, die mit der Realit\u00e4t dieser Jahre nicht eben allzu viel zu tun hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Denn noch immer hat Saakaschwili nicht realisiert, dass im Jahr 2012 seine Regierung durch eine demokratische Wahl abgew\u00e4hlt worden war und damit auch seine Chance, sich durch einen Verfassungstrick a la Medwedew-Putin doch noch f\u00fcr einige Jahre die Macht zu erhalten, zunichte gemacht wurde. Der erste Pr\u00e4sidenten des post-sowjetischen Georgiens, Swiad Gamsachurdia, wurde in einem blutigen Putsch davon gejagt; der zweite, Eduard Schewardnadse, in einer Stra\u00dfen-Revolte ungeheuren Ausma\u00dfes. Der dritte, Micheil Saakaschwili, in einem zweifellos demokratisch korrekten Urnengang. Eigentlich ein ungeheurer demokratischer Fortschritt, den er selbst kurz nach den Wahlen im Jahr 2012 noch anerkannte. Anscheinend war damals der Druck der \u201eFreunde\u201c aus dem Westen doch zu gro\u00df, um der Versuchung zu nachzugeben, das Wahlergebnis zu kassieren. Aus heutiger Sicht, so ist man nach dem Vortrag Saakaschwilis in Jena geneigt, zu folgern, war das in seinen Augen anscheinend ein Fehler, denn der Oligarch Putins war es doch, der seiner, Saakaschwilis Partei den Wahlsieg gestohlen hatte. Aus der abschlie\u00dfenden Diskussion in Jena w\u00e4re dann nur noch anzumerken, dass sich Saakaschwili auf Nachfrage aus dem Publikum keiner Fehler bewusst war, die er in seiner Amtszeit selbst gemacht h\u00e4tte, au\u00dfer dem, den Georgiern nicht gen\u00fcgend \u201eUmverteilung\u201c geboten zu haben, um sie auf seinem demokratischen Parforceritt mitzunehmen. Eine Frage, die sich der Oligarch Georgiens angesichts seiner vielen, nicht eingehaltenen Versprechungen irgendwann einmal auch wird stellen m\u00fcssen. Ob Mischa dann ein Comeback feiern kann? Die \u00fcberwiegende Zahl der Facebook-Emoji-Kommentare w\u00fcrde das begr\u00fc\u00dfen. Womit das eigentliche Ziel des Vortrags dann wohl doch erreicht worden w\u00e4re, zumindest aus der Sicht derer, die den Abend wohl eingef\u00e4delt und ge-facebookt haben. Ob man das in der Jenaer Universit\u00e4t\u00a0 ebenso sehen kann, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=2830\" rel=\"attachment wp-att-2830\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-2830\" title=\"ERKA_Georgien_Begegnungen_in_zwei_Jahrzehnten_Cover1\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ERKA_Georgien_Begegnungen_in_zwei_Jahrzehnten_Cover1.jpg\" alt=\"\" width=\"343\" height=\"471\" \/><\/a>Rainer Kaufmann, Herausgeber der Kaukasischen Post und Autor dieses Artikels, ist seit knapp 30 Jahren als deutscher Journalist in Georgien aktiv, hat Micheil Saakaschwili vor \u00fcber 20 Jahren erstmals interviewt und seither in seiner ganzen politischen Karriere begleitet. Mehr Artikel \u00fcber den ehemaligen Pr\u00e4sidenten Georgiens finden Sie in diesem Buch, das soeben erst erschienen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Mehr Informationen unter:<a href=\"http:\/\/www.erka-verlag.de\"> www.erka-verlag.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder: Die peinliche Selbstdarstellung des ehemaligen Pr\u00e4sidenten Georgiens von Rainer Kaufmann, Herausgeber der Kaukasischen Post Da haben die studentischen Veranstalter vom Fachschaftsrat Politikwissenschaften der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t (FSU) in Jena die Rechnung v\u00f6llig ohne ihren Gast gemacht. \u201eEuropa zwischen Fortschritt und R\u00fcckschritt &hellip; <a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=2848\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"gallery","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2848"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2848"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2848\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2850,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2848\/revisions\/2850"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}