{"id":258,"date":"2012-05-06T13:09:55","date_gmt":"2012-05-06T11:09:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.erkanet.de\/KaromediaWP\/?p=258"},"modified":"2012-05-09T15:34:17","modified_gmt":"2012-05-09T13:34:17","slug":"bas-bottcher-und-die-macht-der-sprache","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=258","title":{"rendered":"Bas B\u00f6ttcher und die Macht der Sprache"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.erkanet.de\/KaukPostWP\/?attachment_id=387\" rel=\"attachment wp-att-387\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-387\" title=\"Bas B\u00f6ttcher\" src=\"http:\/\/www.erkanet.de\/KaukPostWP\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Bas-Banner-195X80.jpg\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"116\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Bas-Banner-195X80.jpg 283w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Bas-Banner-195X80-150x61.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><\/a>\u201e\u00dcberraschend, aber einfach toll!\u201c Mzia Tschchartischwili, Deutschlehrerin an der Internationalen Kaukasus-Universit\u00e4t in Tiflis schw\u00e4rmt von einem Seminar am Goethe-Institut im Januar. Bas B\u00f6ttcher, Star der deutschen Slam-Poetry-Szene, f\u00fchrte georgische Germanisten in diese aktuelle Literatur-Form ein. \u201eDas war meine erste Begegnung mit einer Literatur, die Dichtkunst, Sprachklang, Rhythmus, Mimik, ja sogar Atemtechnik miteinander zu einem einheitlichen Ganzen verbindet.\u201c<\/p>\n<p>Bas B\u00f6ttcher beschreibt sich selbst als einen \u201eFreisprecher\u201c mit dem Ziel, ein \u00e4sthetisches und popul\u00e4res Arrangement aus Klang, Rhythmik und Sinn herzustellen. Freisprecher bedeutet aber keinesfalls Improvisation, die Texte werden genau konzipiert, jede Silbe hat ihren Platz, selbst das Atmen ist Teil der Konzeption. Bas B\u00f6ttcher in einem Interview:\u00a0 \u201eKulturell gesehen ist das ein zuf\u00e4lliges Treffen \u00fcber Zeiten hinweg \u2013 afroamerikanische Wortkunst trifft europ\u00e4ische Lyrik. Und es ist eine Art R\u00fcckkehr \u2013 denn diese Lyrik war urspr\u00fcnglich gesprochen, und auch getanzt. Das Klangliche spielt eine sehr starke Rolle, das Sinnliche insgesamt.\u201c<\/p>\n<p>Die Geschichte mit den afrikanischen Wurzeln wurde Mzia besonders beim Gedicht \u201eBekommbar\u201c deutlich, das in seiner Klangmalerei tats\u00e4chlich an ein afrikanisches Busch-Getrommel erinnert, Schlagzeug-Lyrik oder die Sprache als Schlagzeug. Rhythmische Wort-Collagen, deren Inhalt sich eher akustisch-sinnlich erfahren l\u00e4sst denn im Lesen. Bas B\u00f6ttcher hat dieses Wort \u201eBekommbar\u201c neu erfunden, zum Patent angemeldet und will es als Konkurrenz zum klanglich v\u00f6llig langweiligen \u201eerh\u00e4ltlich\u201c (erh\u00e4ltlich mit einem langweilig gehauchten h auf der betonten, zweiten Silbe) in den Sprachgebrauch einf\u00fchren, selbstverst\u00e4ndlich gegen Tantiemen. Ein v\u00f6llig respektloser Umgang mit der Sprache der Dichterf\u00fcrsten Goethe, Schiller und Co, die von der georgischen Germanisten-Tradition \u00fcberaus verehrt werden. Verbal-Acssoires im Komplett-Set f\u00fcr jeden Anlass, f\u00fcr H&amp;M Gebildete, die in IKEA-Wohnungen leben (Original-Sprech Bas B\u00f6ttcher). Eine Literatur, die die Menschen dort abholt, wo sie sind, und nicht wartet, bis sie zu ihr kommen.<\/p>\n<p>Mzia hat nach gleich nach dem Seminar im Internat nach einem Video des Gedichts \u201eBekommbar\u201c gefahndet (gegoogelt) und dieses einem Neffen vorgef\u00fchrt. Er ist selbst Poet und verbindet oft Dichterlesungen mit Musik. Ob diese neue Literaturform aus Deutschland auch die georgische Literatur beeinflussen kann? Nat\u00fcrlich, antwortet Mzia f\u00fcr ihren Neffen, gerade die georgische Sprache mit den vielen harten Konsonanten b\u00f6te sich f\u00fcr solche \u201eSchlagzeug-Literatur\u201c geradezu an.<\/p>\n<p>Sie selbst f\u00fchlt sich von Bas B\u00f6ttcher inspiriert und will k\u00fcnftig im Unterricht verst\u00e4rkt mit diesen spielerischen Mitteln, mit Sprache umzugehen, arbeiten. Und dann zitiert sie ihren ersten eigenen Text-Versuch in Slam-Poetry, den sie im Seminar mit Bas B\u00f6ttcher erarbeitet hat. Negative Assoziationen zum Substantiv \u201eAuge\u201c waren von ihr gefordert. Und das kam dabei heraus: \u201eEin b\u00f6ser Blick mit blauen, braunen, bl\u00f6den, kranken, kurzsichtig-k\u00fcnstlichen, starken, starren Augen erstaunen und t\u00f6ten mich.\u201c Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Jetzt fehlt nur noch die Bas`sche Performance.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e\u00dcberraschend, aber einfach toll!\u201c Mzia Tschchartischwili, Deutschlehrerin an der Internationalen Kaukasus-Universit\u00e4t in Tiflis schw\u00e4rmt von einem Seminar am Goethe-Institut im Januar. 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