{"id":2310,"date":"2017-05-09T20:27:12","date_gmt":"2017-05-09T18:27:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=2310"},"modified":"2017-05-10T15:07:03","modified_gmt":"2017-05-10T13:07:03","slug":"wie-luther-von-stuttgart-nach-tiflis-kam","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=2310","title":{"rendered":"Wie Luther von Stuttgart nach Tiflis kam"},"content":{"rendered":"<p><strong>Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien feiert ihr 200-j\u00e4hriges Bestehen<\/strong><\/p>\n<p>Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien hat sicher eine Reihe von Problemen. Eines davon, ganz sicher nicht das am schwersten wiegende, hat sie jetzt ganz elegant gel\u00f6st, das ihrer Gr\u00fcndung und damit den Termin ihrer 200-j\u00e4hrigen Geburtstagsfeier. Denn mit der Einwanderung schw\u00e4bischer Familien vor jetzt genau 200 Jahren kam auch die protestantische Kirche nach Georgien, sozusagen im Marschgep\u00e4ck, wie es in einem Plakat in der evangelischen Vers\u00f6hnungskirche in Tiflis zu sehen war.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=2313\" rel=\"attachment wp-att-2313\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2313\" title=\"2017_04_kirche_IMG_5284_web\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_04_kirche_IMG_5284_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"787\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_04_kirche_IMG_5284_web.jpg 1038w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_04_kirche_IMG_5284_web-150x113.jpg 150w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_04_kirche_IMG_5284_web-300x227.jpg 300w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_04_kirche_IMG_5284_web-1024x776.jpg 1024w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_04_kirche_IMG_5284_web-395x300.jpg 395w\" sizes=\"(max-width: 1038px) 100vw, 1038px\" \/><\/a>Bischof Hans-Joachim Kiderlen bei seiner Ansprache<\/p>\n<p>Blieb nur noch das genaue Datum des Jahres 1817. Da w\u00e4hlte jetzt man den Palmsonntag als Geburtstag, den Tag, an dem fr\u00fcher in den schw\u00e4bischen Kolonien Konfirmationen stattfanden. Zu einer solchen kam es am Jubeltag des Jahres 2017 allerdings nicht, wohl aus Mangel an Nachwuchs. Womit ein weiteres Problem der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Georgien sichtbar wird, das ihrer Gr\u00f6\u00dfe. Mit nur\u00a0 700 Gemeindegliedern in insgesamt\u00a0 sieben\u00a0 Gemeinden ist sie im kirchlichen Leben Georgiens alles andere als ein Schwergewicht und\u00a0 muss sich notgedrungen auch Gedanken um ihre Zukunftsf\u00e4higkeit machen. Bischof Hans-Joachim Kiderlen sprach dies in seiner Predigt im morgendlichen Gottesdienst wie auch in seiner Ansprache in der \u00f6ffentlichen Gedenkfeier am Nachmittag deutlich an: \u201eImmer noch herrscht vielfach die Meinung, um sich in der Kirche behaupten zu k\u00f6nnen und um Verantwortung zu \u00fcbernehmen, m\u00fcsse man deutsche Vorfahren vorweisen, obwohl die Kirche doch f\u00fcr alle Menschen offen sein muss. Und nach wie vor wird unsere Kirche als eine Br\u00fccke nach Deutschland benutzt, woher es dann keine R\u00fcckkehr mehr gibt.\u201c Damit verbaue man sich ein St\u00fcck Zukunft, denn die Kirche m\u00fcsse sich f\u00fcr alle \u00f6ffnen, in ihrer Seelsorge, aber vor allem auch in ihren diakonischen Aktivit\u00e4ten. Letzteres ist bereits geschehen, der h\u00e4usliche Krankendienst richtet sich an bed\u00fcrftige Menschen ungeachtet ihrer Konfession, er wird auch mit der Kirche der Sieben-Tage-Adventisten gemeinsam organisiert.<\/p>\n<p>Schwierig wird es allerdings noch lange bei den Gottesdiensten bleiben, die teilweise in drei Sprachen abgehalten werden und, wie am Palmsonntag mehr als zwei Stunden dauern. Wie lange sich die deutsche Sprache da noch halten kann, die von den wenigsten der Gottesdienstbesucher gesprochen und verstanden wird, muss abgewartet werden. Vielleicht hat der Bischof Recht mit seiner Bemerkung, man m\u00fcsse \u201eden Ort unserer Kirche in Georgien und im s\u00fcdlichen Kaukasus neu vermessen und neu bestimmen\u201c, was im Endeffekt nichts anderes hei\u00dfen kann, als langsam aber sicher die Wahrnehmung der Evangelisch-Lutherischen Kirche als \u00fcberwiegend deutsches Erbe zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Die \u00f6ffentliche Gedenkfeier am Nachmittag beherrschten vor allem die anderen Religionen des Landes, die sich beim Gottesdienst mit Ausnahme der Baptisten nicht blicken lie\u00dfen. Dabei \u00fcberraschte vor allem Erzpriester Giorgi Swiadadse vom Patriarchat der Georgischen Orthodoxen Kirche mit einem \u00fcberaus konzilianten Gru\u00dfwort, in dem er der Freiheit der Religionsaus\u00fcbung das Wort redete und versprach, die Orthodoxie w\u00fcrde f\u00fcr die Rechte und Freiheiten anderer Kirchen k\u00e4mpfen. Dass es mit der Gleichstellung der Kirchen in Georgien doch nicht so gut bestellt ist, wie in Gru\u00dfworten dargestellt wird, musste sich der Erzpriester allerdings von der deutschen Botschafterin, Dr. Heike Peitsch, vorhalten lassen. Sie forderte, das Geb\u00e4ude und Grundst\u00fcck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Georgien endlich in deren Eigentum zu \u00fcbertragen. Allerdings, der Ansprechpartner hierf\u00fcr w\u00e4re \u2013 formal \u2013 nicht die Orthodoxie sondern der georgische Staat. Und der gl\u00e4nzte beim Jubil\u00e4um einer Kirche des Landes durch Abwesenheit.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr zeigte sich eine Besuchergruppe der Evangelischen Kirche aus Eppelheim bei Heidelberg. Seit etwa einem Jahr gibt es eine Partnerschaft beider Kirchen, die Eppelheimer unterst\u00fctzen insbesondere die Arbeit des Diakonischen Werkes in Tiflis.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?attachment_id=2341\" rel=\"attachment wp-att-2341\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-2341\" title=\"2017_05_eppelheim_DSC_7061_online\" src=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_05_eppelheim_DSC_7061_online.jpg\" alt=\"\" width=\"934\" height=\"720\" srcset=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_05_eppelheim_DSC_7061_online.jpg 934w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_05_eppelheim_DSC_7061_online-150x115.jpg 150w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_05_eppelheim_DSC_7061_online-300x231.jpg 300w, http:\/\/www.kaukasische-post.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2017_05_eppelheim_DSC_7061_online-389x300.jpg 389w\" sizes=\"(max-width: 934px) 100vw, 934px\" \/><\/a>Bischof Kiderlen mit der Delegation aus Eppelheim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien feiert ihr 200-j\u00e4hriges Bestehen Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien hat sicher eine Reihe von Problemen. 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