{"id":2060,"date":"2016-07-13T20:16:44","date_gmt":"2016-07-13T18:16:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=2060"},"modified":"2016-07-13T20:16:44","modified_gmt":"2016-07-13T18:16:44","slug":"kapost-einer-der-altesten-zeitungstitel-georgiens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=2060","title":{"rendered":"KaPost &#8211; einer der \u00e4ltesten Zeitungstitel Georgiens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor 110 Jahren erschien die erste Ausgabe der Kaukasischen Post<\/strong><\/p>\n<p>Recherchen in der Nationalbibliothek Tiflis haben ergeben: Die Kaukasische Post ist, wenn nicht sogar der \u00e4lteste, dann zumindest einer der \u00e4ltesten noch oder wieder existierenden Zeitungstitel Georgiens, auf alle F\u00e4lle die \u00e4lteste Zeitung, die in einer Fremdsprache erscheint, also nicht Georgisch oder &#8211; etwa aus der Zarenzeit &#8211; Russisch. Damit ist die KaPost eines der wenigen deutschen Kulturg\u00fcter im Kaukasus, das wieder belebt wurde und auch auf dem heutigen Zeitungsmarkt eine Existenzberechtigung hat. Freilich nicht mehr als das Informations und Insertionsorgan f\u00fcr die deutsche Kolonie im S\u00fcdkaukasus. Denn die gibt es so gut wie nicht mehr, sie wurde von Stalin vertrieben. Die heutige KaPost versteht sich als Chronist der vielf\u00e4ltigen Beziehungen der deutschsprachigen L\u00e4nder Deutschland, Schweiz und \u00d6sterreich mit dem S\u00fcd-Kaukasus und da \u00fcberweigend Georgien. Sie richtet sich an die vielf\u00e4ltig ausgepr\u00e4gte deutsch-sprachige Leserschaft in diesen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die erste Ausgabe der \u201eKaukasischen Post\u201c erschien am 18. Juni 1906. Herausgeber war Baron Kurt von Kutschenbach, als verantwortlicher Redakteur zeichnete Arthur Leist. Die Zeitung erschien damals w\u00f6chentlich, jeweils am Sonntag und beinhaltete politische Leitartikel, Nachrichten, Annoncen, Leserbriefe, eine Rundschau aus dem In- und Ausland sowie Nachrichten aus den deutschen Kolonien im Kaukasus. Die Zeitung informierte auch \u00fcber Landwirtschaft, Gartenbau, K\u00fcche, Haus, Gesundheit und Erziehung sowie Kultur. Etwas sp\u00e4ter wurde der Umfang der Zeitung erweitert und sie hie\u00df <em>\u201eKaukasische Post\u201c \u2013 Einzige Deutsche Zeitung des Kaukasus \u2013 Insertionsorgan f\u00fcr Cis- und Transkaukasien<\/em>&#8222;. Exemplare aus dieser Zeit befinden sich f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich in der Georgischen Nationalbibliothek in Tiflis. 1914 unterbrach der erste Weltkrieg die Herausgabe der \u201eKaukasischen Post\u201c. Die Zeitung erschien erst wieder 1918 als Wochenschrift. Schlie\u00dflich musste die Zeitung 1922 \u2013 kurz nach dem Einmarsch der Roten Armee in Georgien \u2013 ihr Erscheinen endg\u00fcltig einstellen.<\/p>\n<p>1994 erschien die erste Nummer der neuen \u201eKaukasischen Post\u201c. Die Idee dazu hatte Udo Hirsch. Mit privaten Spenden konnte im Oktober unter der Tr\u00e4gerschaft von <em>\u201e<\/em><em>CUNA Georgica \u2013 Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Kultur und der Natur in Georgien\u201c<\/em><em> <\/em>die Zeitung wieder zweimonatlich in Tiflis erscheinen. Als einzige deutschsprachige Publikation im Kaukasus erreichte sie mit einer Berichterstattung \u00fcber das Geschehen in Georgien sowie \u00fcber Georgien-spezifische Themen in und aus Deutschland die deutsche Minderheit in Georgien, die deutsch-sprachige Gemeinschaft in Georgien, Georgien-interessierte Leser in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz, sowie Deutschsprechende und \u2013lernende. Mit einer Redaktion aus georgischen Mitarbeiterinnen hat der deutsche Journalist G\u00f6tz-Martin Rosin die Kaukasische Post \u00fcber zehn Jahre geleitet.<\/p>\n<p>Im Sommer 2011 erkl\u00e4rte die Tr\u00e4gerstiftung, dass sie die Kaukasische Post mangels hinreichender Finanzen einstellen wird. Damit stand ein wichtiges St\u00fcck deutschen Kulturguts und eine mehr als 100 Jahre alte Tradition deutscher Presse im s\u00fcdlichen Kaukasus vor dem Aus.<\/p>\n<p>Der im Januar 2012 in Tiflis von dem deutschen Journalisten, Buchautor und Unternehmer Rainer Kaufmann gegr\u00fcndete Verlag KAROmedia hat von der bisherigen Tr\u00e4gerstiftung die Titelrechte \u201eKaukasische Post\u201c \u00fcbernommen und bringt das seitherige Zweimonatsblatt in neuer Aufmachung ab Februar 2012 als \u201eKaukasische Post \u2013 Die deutsche-sprachige Monatszeitung aus dem S\u00fcdkaukasus\u201c heraus. Redakteure sind G\u00f6tz-Martin Rosin und Rainer Kaufmann.<\/p>\n<p>Im Nachklang zur Woche der Deutschen Sprache in Georgien begingen Redaktion und Freunde der KaPost dieses Ereignis k\u00fcrzlich mit einem unoffiziellen Treffen. Dabei bedankte sich der Herausgeber der KaPost bei allen, die zum weiteren Bestehen der einzigen deutsch-sprachigen Zeitung im S\u00fcdkaukasus beitragen: die Abonnenten, die Inserenten und Sponsoren, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und die vielen Institutionen und Personen, die die Redaktion regelm\u00e4\u00dfig mit Informationen oder Beitr\u00e4gen versorgen. Rainer Kaufmann verga\u00df aber nicht, auch einen Blick in die Zukunft zu richten. Wenngleich die derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zeitung sich nicht wesentlich von denen der Gr\u00fcnderzeit unterschieden, gelte es dennoch, die Zeitung irgendwann einmal auf ein solides wirtschaftliches Fundament zu stellen. Dazu geh\u00f6re auch, dass die KaPost wieder an alle deutsch-sprechenden Multiplikatoren in Politik, Verwaltung und Wirtschaft Georgiens verteilt werde. Ein Unterfangen, das der Verlag aus eigener Kraft nicht finanzieren k\u00f6nne und das einige Zeit gut funktionierte, dann aber aus Haushalts-prozeduralen Gr\u00fcnden pl\u00f6tzlich eingestellt werden musste. Kaufmann w\u00fcnschte sich von deutschen Institutionen, diese zus\u00e4tzliche Verbreitung der KaPost wieder zu erm\u00f6glichen. Der zweite Zukunftswunsch des Verlages: Ein Engagement vieler deutsch-sprachiger Institutionen in Georgien bei dem Vorhaben des Verlages, junge Germanisten im Kaukasus in Verlag und Redaktion im praktischen Alltag zu Journalisten auszubilden. Fachlich seien Redaktion und Verlag imstande, diese Ausbildung zu leisten, die entsprechenden finanziellen und organisatorischen Strukturen k\u00f6nnten aber nicht ohne Hilfe von au\u00dfen aufgebaut werden. Auch auf diesem Gebiet gab es vor zwei Jahren erste Ans\u00e4tze mit externen Partnern, die dann aber nicht realisiert werden konnten. Kaufman richtete an alle deutsch-sprachigen Institutionen den dringenden Appell, sich zusammen mit dem Verlag dieses Themas anzunehmen. Denn ohne vern\u00fcnftig ausgebildeten journalistischen Nachwuchs wird die KaPost kaum weitere 110 Jahre \u00fcberleben k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 110 Jahren erschien die erste Ausgabe der Kaukasischen Post Recherchen in der Nationalbibliothek Tiflis haben ergeben: Die Kaukasische Post ist, wenn nicht sogar der \u00e4lteste, dann zumindest einer der \u00e4ltesten noch oder wieder existierenden Zeitungstitel Georgiens, auf alle F\u00e4lle &hellip; <a href=\"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/?p=2060\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"gallery","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2060"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2060"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2060\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2061,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2060\/revisions\/2061"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2060"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2060"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.kaukasische-post.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2060"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}